Verletzungen

Äussere Verletzungen können bei der Paarung entstehen. Die grossen Bisswunden sollte man im Auge behalten.


Gegen Stiche durch den Stachel eines anderen Rochens, scheinen die Tiere immun zu sein.
Auch konnte ich schon beobachten, wie ein Stachel im Fleisch eines Rochens steckte. Glück hatte dieser Rochen, weil der Stachel unmittelbar neben dem Auge steckte. Auf der unteren Seite neben der Nasenhöhle war der Einstich. Er ragte unten und oben ca. 15mm aus dem Fleisch heraus. Der Stachel arbeitete sich innert vier Wochen von unten nach oben raus. Während der ganzen Zeit hatte das Tier normal gefressen.
Unglaubliches Glück hatte ein R150 ,im Becken meines Kollegen R. Salathe. Er wurde durch einen Stachel verletzt.
Der Stachel steckte zwischen Auge und Spritzloch. Mit einem grossen Kescher fing R.S. den Rochen und zog den Stachel rückwärts heraus.
Der Eingriff hinterliess keine bleibenden Schäden. Kurz nachdem der Stachel entfernt war, hat der Rochen wieder nach Essbarem gesucht.

Bilder: R.Salathe


Verletzungen können auch durch Einrichtungsgegenstände wie scharfe Steine, falsches Kies oder Heizungen entstehen.
Verletzungen heilen bei guter Wasserqualität und ohne Medikamente relativ schnell.
Infektionen können mit erhöhter Wassertemperatur bis 32° meistens geheilt werden. Bei erhöhter Temperatur muss das Wasser mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert werden.
Um das Problem in den Griff zu bekommen hilft auch Salz.
Die Dosierung: 0,5 g/1Liter.
Das salzhaltige Wasser wird langsam in das Becken mit dem kranken Rochen getan. Sobald die ersten Heilungsfortschritte zu sehen sind, kann das Salzwasser wieder mit normalem Leitungswasser ersetzt werden. Am besten geht das beim obligatorischen Wasserwechsel, der während einer Behandlung häufiger als normal gemacht werden soll. Auch müssen alle Futterresten immer so rasch wie möglich aus dem Becken entfernt werden, damit keine weiteren Infektionen mehr auftreten können.
Wenn ein Rochen eine äussere Infektion hat, darf er nicht mir zusätzlichen Medikamenten behandelt werden.
Die Infektion muss zuerst ganz verheilt sein.

Ein durch ein Schlag gerötetes Auge eines Plesiotrygon Blacktailed. Innert Tagen erholte sich der Rochen von dem Schlag.
Nach einigen Tagen war von der Verletzung nichts mehr zu sehen.

Argulus oder Karpfenlaus
Die Karpfenlaus kann sich am Rochen festbeissen. Den Parasit entfernt man am besten mit einer Pinzette. Hat sich eine Laus auf der Unterseite des Rochens festgebissen, entfernt man sie am einfachsten durch das Netz. Häufiger treten die Parasiten jedoch an Welsen auf. Ihre Vorliebe ist der Ansatz des Rückenflossen. Damit man die Parasiten nicht in das Schaubecken importiert ist an dieser Stelle noch einmal auf die Wichtigkeit einer Quarantäne hingewiesen.
Die Läuse sind auch bei Welsen am besten einzeln von Hand abzulesen.
Da nicht alle Läuse auf einmal entfernt werden können, muss der Vorgang wiederholt werden.
Weil ich nach einem Import den Läusen einfach nicht Meister wurde, versuchte ich es mit FMC. Zuerst schien die Behandlung den erwünschten Erfolg zu bringen. Leider vermehrten sie sich nach zwei Monaten wieder. Daher habe ich alle Welse aus dem Becken gefischt und jeden Fisch gezielt am Rückenflossenansatz mit einem, mit FMC getränkten, Wattenstäbchen bestrichen.
Das erste Tier überlebte die Behandlung leider nicht. Ich vermute, dass ich ein zu kleines Becken verwendet habe, wo sich der Fisch, nach der Behandlung in frischem Wasser erholen konnte, so dass er an einer Überdosis gestorben ist. Da das Tier stark befallen und der Rücken teils wund war, könnte es auch sein, dass das Gift den Fisch via Blutbahn vergiftet hat.
Bei der nächsten Behandlungen habe ich die Welse, nach der Behandlung, sofort in frisches Wasser gelegt und mittels Sauerstoffstein das Wasser belüftet.
In dieser Form hat die Behandlung alle Karpfenläuse getötet und den Welsen nichts gemacht.
FMC darf bei Rochen nicht angewendet werden. Es enthält Malachitgrün, was für Rochen unverträglich ist.

Verletzungen durch einen Stachel
Nicht selten werden Rochen durch den Stachel oder Dornen von andern Rochen verletzt. Meistens geschieht es nach der Paarung. Bei den Abwehrversuchen des Weibchens kann es vorkommen dass sie ihm den Stachel in den Körper rammt.
Wie tief sich der Stachel in das Fleisch einbohren kann, sieht man an der fehlenden schwarzen Haut des stechenden Rochens.
Einem gesunden Rochen kann eine solche Verletzung nichts anhaben und sie verheilten auch innert Tagen wieder.
Rochen scheinen auf das Eiweissgift immun zu sein.
Abfallende Stacheln sollten so rasch wie möglich aus dem Becken entfernt werden.
Bei der Futtersuche bohrte sich ein liegen gebliebener Stachel bei einem Rochen durch den Körper.
Die Eintrittsstelle war unten links neben dem Maul. Der Stachel bohrte sich durch den Körper und trat neben dem Auge wieder raus. Trotz der grossen Behinderung hat sich der Rochen ganz normal verhalten.
Nach zwei Wochen hat sich der Stachel selbst aus dem Körper gearbeitet, sodass nur noch eine kleine Narbe blieb.
Bei einem befreundeten Rochenpfleger, bohrte sich auch einen Stachel durch den Körper eines Rochens.
Nachdem mein Bekannter den Rochen raus gefangen und in Leinentücher wickelte, zog er ihm dem Stachel mit einer Zange, durch den Körper raus.
Einmal musste ich einen Stachel, der wegen einem überstülpten Plastikrohr (für den Transport), in die falsche Richtung wuchs, entfernen.
Der spitzige Stachel verletzte alle Rochen im Becken, die über den Schwanz der Perlenrochendame schwammen.
Mittels einer Zange riss ich den Stachel raus.
Nach dieser Operation, wuchs während zwei Jahren kein Stachel mehr nach.


Der kleine Stachel wuchs in Richtung des Rochenkörpers

Der Rochen frisst nicht
Ein gesunder Rochen erkennt man am agilen Verhalten, den klaren Augen, der gesunden Ober- und Unterseite.
Sobald einem Rochen Futter angeboten wird, sollte er reagieren und nach dem Futter suchen.
Futterverweigerung kann verschiedene Ursachen haben.
- zu lange gehungert

- Krankheit
- Kiemenwürmer
- Darmparasiten
- Endzündung
- Verletzungen
- falsches Futter
- Innere Verletzungen (durch einen Angelhaken)

Kiemenwürmer
Kiemenwürmer sind an folgenden Anzeichen zu erkennen:
- Der Rochen hebt die Schnauze dauernd nach oben, als ob er etwas riechen würde
- Wenn sich das Tier aufbäumt und heftig schüttelt
- Wenn der Rochen apathisch im Becken liegt
- Wenn er einseitig atmet
- Wenn das Tier schnell atmet
- Bei Fressunlust (Appetitlosigkeit)
- Abmagerung
Nachdem ich bei meinem Weibchen genau diese Verhaltensbeispiele feststellte habe ich mich für die Behandlung mit Levamisol entschieden:
Das Levamisol 6mg / Liter habe ich im Wasser aufgelöst und ins Becken getan.
Während den 3 Tagen Behandlung habe ich das Licht nicht eingeschaltet.
Nach dem 3. Tag wurde das Wasser gewechselt und über Aktivkohle gefiltert.
Nach 2 Wochen habe ich die Behandlung wiederholt.
Einige Tage nach der Behandlung frassen die Tiere wie gewünscht.

Nach ca. 6 Monaten zeigten einige Tiere wieder eindeutige Anzeichen auf Kiemenwürmer.
Meine P.reticulata habe ich dann mit Tremazol behandelt.
Der Vorteil von Tremazol, es wirkt inntert Stunden. Nach 8 Stunden sollen sämtliche Parasiten abgetötet sein.
Anwendung siehe unter Darmparasiten.

Darmparasiten
Wie unter Quarantäne von Stachelrochen schon erwähnt nützt das biologische Rezept sehr gut.
Ich nehme den Saft einer frisch gepressten Knoblauchzehe und spritze es in das Futter.
Als Futter eignen sich am besten: Jumbomückenlarven oder lebende Würmer.
Es können auch lebende Futterfische sein.
Nachdem der Rochen das Futter geschluckt hat, bekommt er Durchfall.
Das verlorene Gewicht nimmt durch mehrmaliges füttern am Tag bald wieder zu.
Wenn Rochen über längere Zeit nichts fressen, oder trotz Nahrungszunahme stetig abnehmen, könnten die Tiere an Darmparasiten erkrankt sein.
Ein Medikament, das bei meinen Tieren immer geholfen hat, ist Tremazol. Sein Vorteil des Medikamentes ist seine rasche Wirkung. Die von mir behandelten Tiere haben alle innert Wochefrist, teils sogar während der Behandlung wieder gefressen.
Angewendet habe ich Tremazol bei P.reticulata, P.motoro, P.marbledmotoro, P.henlei, R150, P.sp. perl, P.schröderi,P.scubina, P.magdalenae und P.mechancai.
Angewendet habe ich das Medikament auch bei Jungtieren und schwangere Rochen.
Während der achtstündigen Behandlung habe ich eine zusätzliche Luftpumpe installiert.
Damit man Medikament sparen kann, könnte der Wasserstand auf 50% reduziert werden.
Damit die Filterbakterien nicht absterben, muss der Filter weiter laufen.
Nach der Behandlung wird das Wasser nochmals um 50% reduziert und anschliessend mit frischem Wasser aufgefüllt.
Tremazol habe ich 1ml auf 15 Liter Wasser dosiert.
Medikamente sollte nur in Anwesenheit angewendet werden.
Die meisten von mir behandelten Tiere, wurden schon während der Behandlung oder nach dem Wasserwechsel viel aktiver und suchten eifrig nach Fressbarem.
Nach acht Tagen muss die Behandlung wiederholt werden.

Auf der Internetseite meines Kollegen A. Ochs findet man eine sehr umfangreiche Medikamentenliste.

Was aus dem Rochen geworden ist, weiss ich nicht, ich kann es nur ahnen. Das Tier habe ich bei einem Händler fotografiert.

Ein Jungtier, dass 4 Wochen nicht gefressen hat.

Angelhaken verschluckt

Verweigert ein frisch importierter Rochen über Wochen das Futter, könnte der Rochen Probleme mit einem Angelhaken haben.
In fast allen Regionen Südamerikas werden die Rochen mit Angelhaken gefangen.
Betroffen sind ca. 80%. Die Fangschnur wird dann einfach im Maul abgeschnitten, so dass der Angelhaken im Rachen des Rochens stecken bleibt. Einige Tiere verhungern weil sie nie mehr fressen können. Glück hat derjenige Rochenbesitzer bei dem der Rochen den Angelhaken rausarbeiten oder rauswürgen kann. Der Hacken mit einem Stück Schnur wird dann plötzlich im Becken entdeckt.
Verweigert ein Rochen, über Wochen das Futter, hole ich ihn aus dem Becken und suche nach einem Angelhaken im Gaumen.
Den Rochen lege ich verkehrt auf ein nasses Tuch. Körper und Schwanz werden mit einem zweiten nassen Tuch auf den Tisch gedrückt.
Am besten macht man dies zu zweit. Vorsicht vor dem Stachel. Ein Rochen schlägt auch seitwärts mit dem Schwanz.
Mittels einer kleinen Halogentaschenlampe zünde ich dann in das Maul des Rochens. Mit der einen Hand halte ich das Maul auf. Vorsicht: Rochen können sehr stark zubeissen.
Ein Kollege von mir entfernte bei zwei P.leopoldi den Angelhaken im Mund, mit einer Pinzette.
Ist ein Haken entfernt, beginnt der Rochen meistens mit der Nahrungsaufnahme.

Futtergrösse
Teils verschätzen sich Rochen, bei der Futtergrösse, was zu Problemen führen kann.
Mit 8 cm und einem Maul, das erst 5 mm breit ist, hat der Rochen versucht eine 4 cm grosse Garnele zu fressen.
Als ich den Kampf mit der grossen Garnele sah, würgte der Rochen gleich das letzte Stück der grossen Portion runter, sodass nur noch die Zangen und Fühler zu sehen waren.
Am nächsten Morgen lag der Rochen, apathisch und mit sehr langsamen Atembewegungen auf dem Sand.
Nachdem ich ihm rote Mückenlarven reichte reagierte er kaum.
Bei genauerem Hinsehen, sah ich, dass die Garnele immer noch nicht runtergeschluckt war und die Fühler und Zangen noch aus dem Maul ragten.
Da die Garnele im Hals feststeckte und dadurch nicht verdaut werden konnte, wurde das Stück auch nicht kleiner.
Ich habe den Rochen aus dem Becken genommen auf ein nasses Tuch gelegt und ihn a
nschliessend auf den Rücken gedreht.
Mit einer Pinzette entfernte ich die feststeckende Garnelle aus dem Maul. Beim ersten Versuch erwischte ich nur die Beine und die Fühler.
Den Rest der Garnelle konnte ich dann beim zweiten Versuch rausholen.

Nachdem einsetzten grub sich der Rochen für ca. 3 Stunden im Sand ein.
Danach verhielt er sich, wie wenn nichts gewesen wäre.

Töten von Fischen
Leider gehört das Thema auch zu unserm Hobby.
Leider bleibt einem Tierhalter manchmal nichts anderes erspart, als das Tier zu erlösen.

Eine sehr schonende Tötungsart ist das einschläfern mit Nelkenöl.
In einen grossen Eimer mit Aquariumwasser lege ich das Tier.
Ein Sauerstoffstein im Eimer bringt die gewünschte Strömung in das Wasser.
Danach gebe ich pro Liter ca. 5 Tropfen Nelkenöl bei.
Ohne Stress ist das Tier nach ca. 15 Minuten eingeschlafen und tot.